Kassen-Krach

(Als kleine Vorgeschichte: Früher haben wir im Kopf oder mit Stift und Zettel ausgerechnet, was unsere Kunden zahlen müssen, und dann nur die Gesamtsumme bei der Kasse eingetippt. Da war es kein Problem, wenn jemand noch etwas dazu haben wollte oder noch die Geldtasche aus dem Auto holen musste – man hat einfach den Zettel zur Seite gelegt und dann eben später kassiert.

Seit der Einführung der Registrierkassenpflicht müssen wir jedoch jeden Artikel mit Preis und Produktgruppe bei der Kasse eintippen, so dass es wenig Sinn macht, den Betrag vorher auszurechnen. Für manche Kunden ist das eine ziemliche Umstellung.)

Kundin: *bringt eine Kiste Pflanzen zur Kasse*

Ich: *tippe alles ein* Das macht dann € 43,20, bitte.“

Kundin: „Ich muss noch meine Geldtasche aus dem Auto holen.“

Ich, mit einem normalen, höflichen Ton: „Vielleicht könnten Sie nächstes Mal die Geldtasche schon aus dem Auto holen, bevor ich es bei der Kasse eingebe. So kann nämlich niemand anderer zahlen, bis Sie wieder da sind.“

Kundin: „Das hab ich immer so gemacht, ich kann ja die Geldtasche nicht mitnehmen, während ich die Pflanzen aussuche, da kommt sie ja weg, ich bin ja eh gleich wieder da, machen Sie nicht so ein Theater deswegen!“ und so weiter und so fort.

Natürlich kommt, während sie auf dem Weg zum Auto ist, eine andere Kundin und will zahlen. Ich schaue, ob ich die erste Kundin schon kommen sehe, aber da das nicht der Fall ist, storniere ich die Transaktion und kassiere bei der zweiten Kundin.

Kundin 1 kommt mit der Geldtasche wieder ins Geschäft.

Ich: „Ich muss das jetzt leider noch einmal eintippen, weil ich stornieren musste, damit die andere Dame zahlen konnte.“

Kundin 1: „Dann stell ich ihnen die Pflanzen wieder her, die will ich nicht mehr, das ist ja lächerlich“ bla bla bla stänker und keif.

Sie hat sich dann noch vor allen anderen Kunden und beim Chef aufgeregt, sich vollkommen geweigert, zuzuhören, warum es jetzt nicht mehr so geht wie vor der Registrierkassenpflicht… aber Pech für sie, alle anderen Kunden haben eher ihr Verhalten lächerlich gefunden als meines, und der Chef war auch auf meiner Seite.

Veröffentlicht unter Unhöfliche Kunden | Kommentar hinterlassen

Stifte?

Eine Kundin kauft mit ihren zwei Kindern ein. Wie ich es bei Kindern gerne mache, schenke ich ihnen eine Schnittblume. Beide bedanken sich höflich. Dann fällt mir noch ein, dass wir zur Zeit ja auch gratis Malbücher aufliegen haben, und gebe ihnen davon auch noch welche.

Wieder bedanken sie sich brav – und dann sieht mich der kleine Bub mit großen Augen an und fragt: „Und wo sind die Stifte?“

Veröffentlicht unter Einfach nur lustig | 1 Kommentar

Mehr Minuten als Euros. Und noch mehr Nerven.

Kundin: „Ich möchte Narzissen um zehn Euro.“

Ich: „Gerne.“ Ich greife zur Vase, um die Blumen herauszuzählen.

Kundin: „Und solche roten Tulpen dazu.“

Ich: „Möchten Sie Narzissen um zehn Euro und dann noch die Tulpen dazu, oder sollen die Narzissen und Tulpen zusammen zehn Euro kosten?“

Kundin: „Um zehn Euro. Die Narzissen, und rote Tulpen dazu.“

Ich: „Ja. Aber sollen die Narzissen alleine zehn Euro kosten und dann die Tulpen dazu, oder sollen die Narzissen und Tulpen gemeinsam zehn Euro kosten?“

Ich erspare euch den Rest des Gesprächs, aber ich hab noch ein paar Mal nachfragen müssen, bis das geklärt war.

Und dann, als ich die Blumen fertig herausgezählt hatte: „Und was grünes auch noch dazu.“

Ich: „… ja. Das muss ich Ihnen aber auch verrechnen.“ Also noch mal von vorne zählen, damit es dann mit Beiwerk zehn Euro ergibt…

Und dann noch: „Nein, das gefällt mir nicht. Das sieht ja aus wie Heidelbeeren!“

Ich: „Ja, weil es Heidelbeerzweige sind. Sonst kann ich ihnen nur mehr diesen Salal anbieten.“

Kundin (deutet auf einen fertigen Strauß): „Ich will aber diesen Farn.“

Ich: „Der ist leider aus. Ich hab nur mehr den Salal.“

Kundin: „Was, das da? Was ist das, Kirschlorbeer?“

Ich: „Das ist Salal.“

Kundin: „Da kann ich mir ja auch einen Kirschlorbeer im Garten abschneiden.“

Ich: „Können Sie auch. Ich weiß zwar nicht, wie gut sich der in der Vase hält, aber Sie können es natürlich tun.“

… letztendlich durfte ich dann doch den Salal verwenden. Und das ganze Ding durfte fünfzehn Euro kosten. Wie lange es gedauert hat, will ich gar nicht wissen. Und was sich die mehreren anderen Kunden, die hinter ihr gewartet haben, gedacht haben, auch nicht.

Veröffentlicht unter Unhöfliche Kunden | 2 Kommentare

Wo ist Professor Umbridge und ihre Feder? Ich darf nicht lügen.

(Als Hintergrund: Von Gärtnerkollegen höre ich immer wieder, dass wir sehr billig sind. Dieses Jahr haben wir einmal die Preise ein bisschen angehoben, allerdings nicht bei den Stiefmütterchen, die bei uns einen ganzen Cent mehr kosten als bei den meisten anderen.)

Kundin: „Ihr seid aber schon ganz schön teuer geworden!“

Ich: „Finden Sie? Ich höre immer wieder, dass wir sehr billig sind.“
Kundin: „Sicher seid ihr teuer! So viel für ein Stiefmütterchen, die sind heuer schon viel teurer!“

Ich (versuche verzweifelt, nicht zu lachen, weil ja genau die nicht teurer geworden sind):

„Nein, die haben schon mindestens ein Jahr diesen Preis, eher länger. Und sie kosten bei den meisten anderen das gleiche – dort sind sie aber in einem kleineren Topf, das heißt, bei uns bekommen Sie größere, schönere Pflanzen.“

Kundin: „Lüg nicht!“

… entschuldigung? Muss ich mit mir reden lassen wie ein freches Kind?

Veröffentlicht unter Unhöfliche Kunden | Kommentar hinterlassen

Chefsache

Kunde: „Ist der Chef da?“

Ich: „Ja, aber ich weiß nicht, wo er ist, ich muss ihn auch suchen.“ Ich schaue in mehrere Gewächshäuser, ohne ihn zu finden.

Kunde: „Na ja, vielleicht können Sie mir ja auch helfen.“

Ich: „Wahrscheinlich schon, um was geht es denn?“

Kunde: „Welche von den Blumenerden ist denn diese Woche im Angebot?“

… dafür braucht er den Chef? Das hätte ihm selbst meine Kollegin, die erst seit drei Tagen bei uns arbeitet, sagen können.

Veröffentlicht unter Einfach nur blöd | Kommentar hinterlassen

Was uns Narzisse heißt, wie es auch hieße…

Kunde: „Meine Frau hat mir gesagt, ich soll Narzissen kaufen, aber ich weiß nicht, was das ist.“

Kollegin: „Möchten Sie die als Schnittblumen oder im Topf?“

Kunde: „Ähh… also solche für die Erde.“

Kollegin: „Also im Topf. Das sind die da.“

Kunde: „Nein, das sind doch Märzenbecher, das weiß ja sogar ich.“

Kollegin: „Das sind zwei Namen für die gleiche Pflanze.“*

Kunde: „Sie lügen mich doch an.“ Zu einem anderen Kunden: „Was sagen Sie, sind Narzissen und Märzenbecher die gleiche Pflanze?“

Anderer Kunde: „Nein. Also, eigentlich weiß ich es auch nicht.“

Der Kunde hat dann seine Frau angerufen, um die zu fragen, ob das wirklich das gleiche ist und die Kollegin war sehr begeistert, dass die Meinung eines anderen Kunden mehr zählt als ihr Fachwissen.

*Für die Nicht-Österreicher: In Deutschland bezeichnet „Märzenbecher“ anscheinend die Frühlingsknotenblume (Leucojum vernum).

SpringSnowflake.jpg
Von IKAlEigenes Werk, CC BY 2.5, Link

In Österreich meint man damit aber die Narzisse (Narcissus pseudonarcissus und andere Narcissus-Arten.)

Yellow daffodils - floriade canberra.jpg
Von John O’NeillSelbst fotografiert, CC BY-SA 3.0, Link

Deswegen verwenden wir Gärtner gern die botanischen/lateinischen Namen der Pflanzen.

Veröffentlicht unter Einfach nur blöd, Unhöfliche Kunden | Kommentar hinterlassen

Selbst ist die Frau. Oder auch nicht.

Nachdem ich schon die ganze Woche Erdsäcke in Autos geladen und in die Topfmaschine gefüllt habe:

Kundin: „Das ist schon blöd, dass Sie nur die großen Säcke Blumenerde im Angebot haben. Die kann ich nicht brauchen, wie soll ich die denn zuhause ausladen? Ich kann die nicht heben, ich bin ja eine Frau.“

Ich: „Äh, ja? Bin ich auch?“

… und nicht mal eine besonders große oder kräftige.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen